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Yoga Sutra 1.1-1.4


Im ersten Kapitel wird die Thematik des Geistes behandelt. Patanjali beschreibt die verschiedenen Bewusstseinsstufen und die Ebenen des "Unterbewusstseins".


Samadhi - ein Zustand des Yoga, der als reines Bewusstsein betrachtet werden kann. In Samadhi ist der Geist vollständig erwacht und sich seines wahren Wesens bewusst. Trennungen lösen sich auf und Ruhe tritt ein. Der Geist ist nicht länger von Impulsen und Reizen gesteuert, sondern betrachtet Erfahrungen wie Freude, Schmerz, Begeisterung oder Ablehnung mit Gleichmut. Patanjali definiert nicht nur, was Yoga ist, sondern untersucht auch die Natur unserer Gedanken und wie wir sie kontrollieren können, sowie welche Hindernisse uns dabei im Weg stehen und wie wir sie überwinden können.


1.1

atha = jetzt;

yoga = Prozess des Yoga, Union;

anusasana = Lehre, Darstellung

✨ Hier ist nicht nur der Beginn des Yoga Sutra gemeint, sondern auch die Essens des Yoga, das „Jetzt“: es geht um diesen Augenblick, in dem du dich befindest.


1.2

yogah = Prozess des Yoga, Union;

citta = Bewusstsein;

vṛtti = Denkmuster, Drehungen, Bewegungen;

nirodhaḥ = Beruhigung, Beendigung, Einschränkung

✨ Unser Gehirn ist ständig beschäftigt mit Tausend Gedanken, die von hier nach dort springen, die Buddhisten sagen gerne „monkey mind“ (Affengeist) dazu, da die Gedanken wie Affen von Ast zu Ast springen. Oft sind wir uns gar nicht bewusst, was in unserem Hirn vor sich geht. Wenn wir uns zu lange in einem solchen Zustand befinden, fühlen wir uns ausgelaugt, können nicht mehr klar denken und sind vergesslich. Es wäre kontraproduktiv diesen Zustand bekämpfen zu wollen. Yoga biete uns die Möglichkeit anzuhalten, zur Ruhe zu kommen in dem geistigen Chaos.

Die meisten Gedanken erzählen uns Geschichten von unseren Vorstellungen wie das „Ich“ sein soll. Erkennt man diese Geschichten als solche, so kann man sie besser loslassen und zum reinen Beobachter werden.

Dises Sutra dient als Definition, Ziel und Methode.


1.3

tada: dann;

drasta: Seher, Zeuge, reines Bewusstsein;

svarupe: eigene Essenz, Identität;

avasthanam: Zustand des Verweilens

✨ Wenn die Gedankenstöme zur Ruhe kommen, erkennen wir unsere wahre Essenz.


1.4

vrtti: Denkmuster, Drehungen, Bewegungen;

sārūpya: Identifikation, Konformität;

itaratra: ansonsten

✨ Ansonsten identifiziert sich das Bewusstsein mit den kognitiven Vorgängen und die Sicht auf die wahre Natur ist versperrt. Ein Wesenskern, der unberührt bleibt, der nie beeinflusst wird, der einfach ist, wie er ist und uns so in unserem Sein ausmacht.



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